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  •     2.05.17 02:09




 

Cusco I

So, Uni ist endlich vorbei und die letzte Reise ist angetreten. Die Zeit die ich habe nutze ich um auch diesen Blog zu Ende zu bringen. Der erste Teil sind die Reisen nach Cusco. Die erste Reise war mit Rebekka wo es mir noch ziemlich dreckig ging aufgrund von Problemen mit Höhenunterschieden zwischen den 5000m in Huaraz und denn 100m in Lima. Der Flug war samt Kopfschmerzen die Hölle. Angekommen in Cusco direkt die erwartete Horde Taxifahrer die uns bequatschen wollte ein Taxi zu nehmen und nicht locker gelassen hat. Wir sind dann erstmal zum Plaza de Armas und haben uns ein schönes deftiges Frühstück geholt was mir sehr gut getan hat. Danach haben wir uns dann ein wenig den wunderschönen Plaza angeguckt. Das Schöne an Cusco ist dass man nicht nur alte Spanische bauten hat sondern die Fundamente noch komplett aus den Zeiten der Inka sind. Also hat man unten die soliden, riesigen, perfekt behauenen Inka Fundamente und dann obendrauf schöne Spanische Balkone und Verzierungen. Dann ging es mit dem Bus nach Ollantaytambo, der letzte Ort vor Machu Picchu von wo aus auch der Zug nach Machu Picchu führt da man per Auto nicht dorthin kommt. Mir wurde gesagt, dass ich fast gestorben wäre während der Fahrt. Da ich jedoch geschlafen hab ging die Fahrt mit 140km/h in einem Kleinbus durch das heilige Tal komplett an mir vorbei. In Ollantaytambo haben wir uns dann erstmal mit Essentiellem eingedeckt wie zum Beispiel Coca Bonbons. Am Bahnhof habe ich dann zur Abwechslung mal wieder ein Nickerchen in Fötushaltung auf einer Bank gemacht. Der Zug der uns nach Machu Picchu gebracht hat ist übrigens eine der teuersten Zugstrecken der Welt aber man hat immerhin Kaffee und Kuchen bekommen um den Preis ein wenig zu Entschädigen. Die Stadt Machu Picchu (Ehemals: Aguas Calientes) erinnert an ein Ferienresort. Überall Restaurants, Verkaufsstände und ein Fluss der mitten durch die Stadt fließt, alles in allem sehr schön! Unser Hostel war auch richtig schön alternativ und die Betten gefühlte 3m breit. Den nächsten Morgen um 5 (eine Stunde später als geplant) ging es dann Richtung Bus um zur Inkafestung gefahren zu werden. Unendlich viele Serpentinen mit doch sehr engen Stellen wo die Busse aneinander vorbeimussten. Oben angekommen war kein einziger Peruaner mehr zu sehen und die Flasche Wasser kostete statt 50ct auf einmal 2€. Der erste Blick war völlig unreal. Man stand genau da und sah das was man auf tausenden Bildern, in Dokus und anderswo ständig zu Gesicht bekommen hat. Für uns ging es erstmal direkt auf den Machu Picchu Montana(3000m). Dass wir sofort da hoch sind stellt sich später als eine gute Entscheidung heraus. Es ging noch einmal ca. 600hm nach oben, diesmal zu Fuß. Der Weg war noch ein alter Inkaweg mit sehr unregelmäßigen Stufen die echt ordentlich in die Oberschenkel gingen. Zäune waren trotz steiler Abhänge natürlich auch nicht zu finden. Oben angekommen wurde man aber für alles entschädigt. Dieser Ausblick ist einfach einzigartig. Mich hat insgesamt die Natur noch mehr fasziniert als die Festung an sich. Die Festung befindet sich auf einem Plateau zwischen zwei Bergen und zu allen Seiten um diese Berge geht es 1000m runter. Alle hänge sind Grün und das Wetter wechselt in Minuten von „Ich kann meine Hand nicht mehr sehen“ zu „Oh guck mal da hinten ist der Eiffelturm“. Diese schnellen Wetterwechsel merkten wir auf dem Weg runter. Ungefähr einen Kilometer vor dem Ausgangspunkt der Wanderung öffnet sich auf einmal der Himmel und macht den Weg zu einer Rutsche. Wirklich nicht sehr angenehm. Die nächsten 3 Stunden hat es auch nicht mehr aufgehört zu regnen. Somit haben wir ganz Machu Picchu dann im Regen betrachten können was die ganze Sache aber nicht weniger faszinierend machte. Die Präzision mit der die Häuser gebaut sind oder die Tempel nach dem Sonneneinfall an einem bestimmten Datum gebaut sind ist wirklich unglaublich. Als wir uns auf den Weg zu den Bussen runter ins Tal gemacht haben sahen wir schon das Grauen. Eine riesig, lange Schlange von Leuten die alle zur gleichen Zeit runter wollten, natürlich nicht überdacht. Das war die gefühlt nasseste Stunde meines Lebens. Als wir dann im Tal waren kam natürlich passenderweise die Sonne raus. Abends ging es dann zurück nach Ollantaytambo wo wir dann auch die Nacht verbracht haben. In Ollantaytambo ist das eindeutig beste, das Schokoladenmuseum. Hier gibt es heiße Schokolade nach Maya-Art. Man kriegt eine Tasse, eine Schüssel geschmolzene Schokolade, heiße Milch, Chilipulver und Honig auf den Tisch gestellt und kann sich hieraus seine persönliche Zusammenstellung mischen. Wirklich sehr sehr lecker. Den nächsten Morgen ging es dann wieder in sehr abenteuerlichen Bussen zurück nach Cusco. Hier haben wir uns dann erst einmal ein wenig auf einem Sonntagsmarkt rumgetrieben und probiert was da so gekocht wurde. Danach ging es dann auf Hostelsuche und wir fanden auch direkt am Plaza de Armas ein gutes Hostel. Am nächsten Tag haben wir uns dann eine kleine Kirche mit einer Aussicht über ganz Cusco angeguckt, die Kathedrale und natürlich die Märkte wo es gut und schlecht gefälschte Pullis aus Alpaca gibt. Zum Mittag musste Rebekka auf mein Anraten hin dann erstmal Meerschweinchen essen und ich hatte Alpaca, worauf ich mich gefreut hatte seitdem ich sie am Machu Picchu gesehen hatte. Das Alpacasteak ist eins der besten Sachen die ich hier gegessen habe, intensiverer Geschmack als Rind und weniger Fett. Bis jetzt ist Cusco meine Lieblingsstadt in Peru. Weniger stressig als Lima, die schönsten Gebäude in Peru und die Umgebung ist auch wirklich sehenswert. Abends ging es dann zurück nach Lima, diesmal ohne Kopfschmerzen.

9.12.14 23:02, kommentieren

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Reise nach Huaraz

So jetzt geht es an die reisen der letzten Wochen.

Da dieser Eintrag sehr lang ist habe ich die Themen der jeweiligen Absätze in Großschrift abgesetzt damit man ein wenig überspringen kann.

Als erstes stand HUARAZ mit Rebekka an. Huaraz ist eine Stadt in den Anden auf ca 3060m. Der Weg dahin ist eine 8std Busfahrt.
 Da Busfahren, extreme Höhen und Alkohol so gut zusammenpassen war es der perfekte Zeitpunkt Peruanern deutsche Trinkspiele zu zeigen. Also den Tag vor der Abreise ging es zu der Freundin von Davids und Alex Buddy. Hier haben wir den Peruanern erstmal das Trinkspiel „Kranz“ oder „Circle of Death“ oder wie auch immer man es nennen will beigebracht. Dieses Spiel führte zum gewünschten Effekt so gegen halb 5 morgens ging es angeheitert nach Hause. (Rebekka war vernünftig und ist direkt ins Bett, gute Idee!)
David hatte einen Anflug von Jackass und versuchte Alex die Haare abzurasieren(„Er will das doch&ldquo.
Um 6 ging es dann ins Bett um nach einer Stunde Schlaf aufzustehen und die Sachen zu packen. Am Busschalter wurde es dann zeitlich nochmal klapp aber alles klappte.

Die Busfahrt war weitestgehend ereignislos auch wenn die Aussichten absolut überragend waren!

In Huaraz angekommen irrten wir dann erstmal herum auf der Suche nach dem Hotel da die Wegbeschreibung der Dame im Busterminal nicht gestimmt haben konnte. Die Straße war viel zu Dunkel!
Es stellte sich heraus dass das Hotel doch sehr abgelegen an einem verdammt steilen Berg lag. Hier hat man auch das erste Mal die Höhe gemerkt man kam doch extrem schnell ins hecheln. Das Hostel war absolut hervorragend. Zimmer waren sauber, Dusche war warm und das Frühstück war Standard. Inklusive Koka Tee aus den Blättern der Pflanze aus der Kokain gemacht wird, sehr lecker!
Am nächsten Tag wollten wir nach CARAZ um ein Restaurant zu besuchen welches ich auf der Mistura gesehen hatte. Da dies kein Touristenort ist mussten wir erstmal die Microbusse finden. Wir haben uns wieder verirrt. Da aber irgendein Feiertag war gab es einen sehr interessanten Markt und überall gab es was zu gucken.
Angekommen in Caraz fiel uns sofort auf das wir eindeutig die einzigen weißen im größeren Umkreis waren. Caraz ist eine wirklich schöne Stadt die wir auch auf der Suche nach dem Restaurant ausgiebig erkundet haben samt verschiedenen Märkten.
Schlussendlich stellte sich heraus dass das Restaurant außerhalb lag und wir ein Mototaxi nehmen mussten. Ein Mototaxi ist wie eine Rikscha aus Indien. Eine Kreuzung aus Motorrad und Auto. Auf jeden Fall spannend!
Im Restaurant wurden wir auch direkt schief angeguckt, da wir wieder sehr herausstachen. Aber egal. Wir haben dann wieder das Ceviche mit Chancho gegessen und eine Spezialität aus den Anden probiert. „Pachamanca“ sind verschiedene Sachen, eingewickelt in Pflanzenblätter und in der Erde gekocht. Es war zwar nicht schlecht aber hatte alles einen sehr „erdigen“ Geschmack. Das Fleisch war wunderschön zart, der Reis war ein wenig verkocht aber durchweg eigentlich ganz gut.
Interessant waren auch unser neuer, vierbeiniger Freund. Ein Hund ist uns das gesamte Essen über nicht von der Seite gewichen was anscheinend jedoch völlig normal ist.
Wir haben danach noch ein wenig die Sonne genossen die in Lima, mal wieder, nicht vorhanden war und sind dann zurück nach Huaraz gefahren.
Abends sind wir dann halbtot ins Bett gefallen, die Höhe macht doch ganz schön zu schaffen auch wenn man langsam gehen lässt.




Am 2. Tag geht es dann hoch zur LAGUNA 69 (hihi). Es ist eine 12km Wanderung die auf knapp 4000m losgeht.
Die morgendliche Fahrt beginnt schon hervorragend. Für den Bus wurden zu viele Menschen eingebucht und für die eine Person die zu viel war wurde einfach ein Stuhl in den Bus gestellt. Ohne Befestigung. War bestimmt nicht so eine lustige Entdeckung für den Mexikaner der allerdings wirklich nett war und uns auch direkt eingeladen hat ihn in Mexiko zu besuchen.
Der Weg hoch zur Laguna war zu Beginn war relativ ereignislos nur sehr kurvig. (Wurde mir gesagt, ich habe geschlafen)
Als wir dann jedoch in den Nationalpark rein sind war die Kulisse atemberaubend. Schon auf dem Weg war eine Lagune die wunderschön war und die Berge Drumherum genauso. Man hat sich gefühlt wie in Herr der Ringe.
Der Beginn der Wanderung war in einem grasigen Tal mit einem Füßlein das hindurchfloss. (Awww) Um jede Kurve um die man gegangen ist lag eine neue Aussicht! Es war auch alles gut bis wir dann an die wirklich steilen Stellen kamen. Hier hat man die Höhe extrem zu spüren bekommen. Man konnte nicht mehr als 15min am Stück laufen ohne Pause zu machen. (Wenn überhaupt)
Ungefähr auf der Hälfte des Weges lag eine kleine Lagune die wir zu einer ausgiebigen Pause benutzt haben.
Nachdem die erste steile Stelle noch in der Sonne war fing es nun an zu regnen und machte die Sache nicht unbedingt leichter. Am Wegesrand lag zwischendurch noch eine halb verweste Kuh die mein Mitbewohner 2 Wochen zuvor auch bereits gesehen hatte. Es liefen übrigens überall Kühe Pferde und Schafe rum!
Der 2. Anstieg war dann wirklich Quälerei und zog sich elendig lang hin. Die schöne Aussicht hat dann auch nicht mehr geholfen.
Nach 3 ½ Stunden für 6km kamen wir dann endlich an. Die Lagune ist wirklich wirklich schön! Meiner Meinung nach sollte man hierbei jedoch den Weg als Ziel sehen denn man Hat Wasserfälle, Schneebedeckte Spitzen, kleine Wälder, Aussicht auf Gletscher und was weiß ich nicht alles und kann sich absolut nicht satt sehen.

Als wir uns in den Bus für die Rückfahrt setzen müssen zuerst noch eine deutsche mit Ibu versehen werden und ein anderer deutscher sich auf dem Weg ein bisschen Luft im Magen schaffen. HÖHENKRANKHEIT ist wirklich nicht zu unterschätzen.
Auf dem Rückweg halten wir noch an um eine Teilnehmerin von einem Krankenhaus abzuholen wohin sie eine Höhenkranke Frau begleitet hatte.
Die Frau war leider verstorben und wir erfuhren dass vor wenigen Monaten auch ein israelisches Mädchen verstorben war.
Dass Menschen ohne viel Vorwarnung auf solche Höhen gelassen werden ist nicht unbedingt die ideale Lösung.

Also ging es für uns natürlich am nächsten Tag auf 5000m zum PASTOROURI GLETSCHER.

Wieder ging es im Bus Richtung Gletscher. Dieser war jedoch größer als am Tag zuvor und beinhaltete keine leeren Stühle. Der Mexikaner war aber auch an Bord, mit dem haben wir uns auch wieder sehr nett unterhalten den Tag über.
Ich habe im Bus dann erstmal wieder geschlafen während er mit angezeigten 334kmh über die Straßen fuhr. (Ich habe langsam die Vermutung die Anzeige war kaputt)
Als ich dann aufgewacht bin waren wir bereits auf über 4000m. Die Landschaft war deutlich seichter als am Vortag und man könnte aufgrund der grasigen Berge denken man sei in Schottland nur halt deutlich höher.
Auf dem Weg zum Ausganspunkt der Wanderung hielten wir bei mehreren Sehenswürdigkeiten an. Die erste Sehenswürdigkeit waren Pflanzen die nur in Peru, Bolivien und dem Norden Chiles wachsen. „Puya Raimondii“. Die Pflanze wird bis zu 15m hoch und blüht nur einmal in ihrem Leben. 50 mio Sporen werden freigesetzt von denen jedoch nur maximal 50 wachsen. Sehen wirklich aus wie Alien Pflanzen.
Der zweite Halt war an einer Quelle die aus der Erde sprudelt. Aus irgendeinem Grund waren alle Pflanzen um diese Quelle herum braun oxidiert. Ich habe leider nicht dem chemischen Prozess verstanden.
Der dritte Halt war dann an Zeichnungen die auf 600 vor Christi datiert werden konnten. Altertümliche Zeichnungen sind in Peru sehr sehr selten da die Inka nie etwas gemalt oder aufgeschrieben haben.
Angekommen auf 4800m stiegen wir dann aus dem Bus und begannen uns auf den Weg zu machen zum Pastorouri Gletscher auf ca 5000m. Die Wanderung beträgt 3 km auf einem künstlich angelegten Weg. Hört sich einfach an aber meine Fresse war das Anstrengend. Die Steigungen läuft man hoch wie ein 90 Jähriger Opa.
Dabei wird man dann noch von unserem überragenden Guide überholt der 60 oder 70 Jahre alt war (Setenta und Sesenta hören sich leider sehr ähnlich an). Der Guide steigt seit 30 Jahren zum Pastorouri Gletscher auf und hat auch noch viele andere Berge in den Anden bestiegen, wirklich imposant.
Noch heftiger waren nur noch die Pferdeführer. Für die korpulenteren Leute oder für die denen die Höhenkrankheit zu sehr zugesetzt hat kann man sich bis für die Hälfte des Weges Pferde mieten. Die Pferdeführer joggen dann im Tempo der Pferde nebenher. Unglaublich!
Angekommen am Gletscher hat man wieder absolut einmalige Aussichten mit schönen Kontrasten. Auf der einen Seite das dunkle Gestein auf der anderen Seite der schneeweiße Gletscher mit dem davorliegenden Gletschersee. Schön ist auch immer wieder die Erkenntnis dass man es auf über 5000m geschafft hat.

Abends geht es dann noch ins Restaurant mit 2 Kanadiern und einem Australier mit denen wir uns köstlich amüsiert haben. Zum Essen gab es für mich Quinoa zubereitet wie China Reis und Rebekka hatte 3 verschiedene Sachen auf einem Teller, ich weiß leider nicht mehr was.
Dann ging es zurück in die dicke Luft nach Lima.

Ich weiß dass das hier sehr lang ist aber die Berge haben mich bis jetzt am meisten fasziniert und es gibt so viele kleine Details und Sachen die man so in Deutschland nicht hat dass ich ewig weitererzählen könnte.

Nächste Woche poste ich dann die Reise nach Cusco und Machu Picchu.

24.10.14 01:00, kommentieren