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  •     2.05.17 02:09




 

Mistura

Nun endlich der Bericht von der Mistura!

Die Mistura ist die größte und wichtigste Essensmesse Südamerikas und somit für mich besser als jeder Vergnügungspark.

Ich habe die Mistura zweimal besucht da ich beim ersten mal noch nicht alles probieren konnte.

Am ersten Tag war ich mit Ramona und Rubi auf der Messe und wir haben noch viele andere Leute getroffen die wir kannten und konnten somit das Essen immer teilen sodass wir viele Sachen probieren konnten.

Wir fangen direkt mit der interessantesten Delikatesse Perus an: Cuy oder auch Meerschweinchen genannt.
Wir haben eine frittierte Variante gegessen wo die Haut wirklich schön knusprig und das Fleisch schön zart war. Ziemlich viel Aufwand für so wenig Fleisch welches zwar lecker aber nicht unbedingt besonders ist.
Viel interessanter war wie es angerichtet war. Wir hatten ein Viertel mit der oberen Hälfte des Kopfes und einem kleinen Beinchen.
Man konnte direkt die Zähne des Nagers erkennen alles sehr interessant. Die Haut am Kopf schmeckte jedoch trotzdem gut auch wenn die beiden Mädels mich dafür verfluchten es so zu essen.
Mit dem Beinchen hatte ich auch meinen Spaß, wenn man es sich in den Mund gesteckt hat konnte man es so aussehen lassen als wolle das Meerschweinchen wieder entkommen.

Die ganzen Fotos habe ich leider nicht mehr da mein Handy verlustig gegangen ist.

Nach dem Cuy eine Spezialität die es nur in diesem Restaurant gibt. Ceviche mit Chancho. Ceviche ist typischerweise ein Fischgericht mit ungekochtem Fisch, Limettensaft und vielen Zwiebeln. Hierbei gab es jedoch Chancho anstatt Fisch. Chancho ist eine Art Spanferkel mit sehr knuspriger Haut. Sehr sehr lecker und auf der Nr. 2 des Essens auf der Mistura.

Weiter ging es dann in die Bier Halle wo sie sich wirklich Mühe gegeben hatten. Vor der Halle war, anstatt normalen Holzspänen oder Rindenmulch, Gerstenschrot als Bodenbelag genommen worden. Es gab vieles verschiedenes Bier zu probieren wobei ich mir direkt ein Handcrafted Ale gegönnt habe. Auch sehr gut obwohl es sau teuer war. Ich bleibe dann doch lieber beim Cusquena.

Weiter ging es mit Aji de Gallina und Leche de Tigre. Aji de Gallina ist Hähnchen in einer Soße aus Milch, Brötchen, Chili und noch anderen Zutaten die mir gerade nicht einfallen. Nicht soo spannend aber auch lecker.
Leche de Tigre (Tigermilch) ist ähnlich zu Ceviche obwohl es Mit mehr Soße als Fleisch als Getränk serviert wird. Die Soße besteht wie gesagt aus Limettensaft und (Achtung!) gemahlenen Fischknochen. Diese Soße ist jedoch überhaupt nicht stückig sondern sehr sähmig.

zum runterspülen hat Ramona sich einen Saft geholt. Das besondere an diesem Saft war dass sie oben auf den Saft einfach Eischaum mit unglaublich viel Zucker gemacht hatten. Absolut ungenießbar. Man hat quasi gespürt wie die Zähne vom Karies verzehrt werden.

Danach gab es eher langweilige Pizza-Cones die ich jedoch auch immer mal probieren wollte. Das ist Pizza geformt wie eine Eiswaffel und dann gefüllt mit Käse, Tomatensauce und Belägen.

Nun kam für die Mädchen der interessanteste Teil: die Süßwaren. Hier haben wir uns am ersten Tag Kekse mit einer Creme aus süßen Kartoffeln (interessanter Geschmack), Kuchen aus Quinoa (auch interessant), Kekse mit Manjar Blanco ( oder so ähnlich, Pappsüß und sehr lecker!), Schoko Sushi (langweilig) und zu guter letzt Früchte mit Schokolade überzogen munden lassen.

Ich bin nach Hause gerollt.

Da das alles sehr gut war ging es am Freitag nochmal hin. Dieses mal mit Rubi und Alex (meinem Mitbewohner).

Dieses mal fingen wir mit den berühmtesten Anticuchos Perus an. Rinderherz an Spießen gegrillt. Es sieht aus wie normales Rind, schmeckt so und ist noch deutlich zarter. Es wird beim grillen konstant mit einer Soße aus Öl und Gewürzen bestrichen und schmeckt hervorragend! (Aber nur vom Holzkohle Grill!) Nr. 3 auf meiner Liste der Mistura.

Nun kommt das beste. Cuy al Palo. Diese Variante ist im Gegensatz zum ersten Cuy gegrillt wie ein Spanferkel und so knusprig ist auch die Haut. Dieses mal wurde der Kopf längs durchgeschnitten was Alex ein wenig abschreckte. Generell der Stand war auch ein wenig komisch aufgebaut. Aus den toten Meerschweinchen hatten sie eine Art Obstkorb nur mit Meerschweinchen gebaut. Aber egal, es hat sehr sehr gut geschmeckt!

Danach ging es dann erstmal wieder zum Bier. Lecker wie immer.

Nach dem Bier gab es dann Seco. Eine Reispfanne mit Lamm. Nicht mein Favorit genauso wenig wie der in Bananenblättern gekochte Reis den Alex sich danach geholt hat. Aber man muss ja alles probiert haben!

Als Nachtisch haben wir uns erstmal ein Eis aus Käse gegönnt mit Zimt bestreut. Auch wieder sehr lecker! Süßes können sie wirklich gut.

Bei den Süßspeisen gab es wieder das gleiche wie beim ersten Besuch.


Meine Erkenntnis war dass ich in Peru wirklich nie etwas schlechtes oder ekliges Essen werde aber  es war auch wenig dabei was mich wirklich überwältigt hat. Die Top 3 waren wie gesagt Ceviche mit Chancho, Anticuchos und Cuy al Palo.

Das Ceviche mit Chancho hat auch noch einen Ausflug nach sich gezogen aber davon nächstes mal im Reisebericht mehr.

9.10.14 19:24, kommentieren

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Die ersten Wochen an der Uni

Lima, die üblichen 18° und feuchter Nebel (Aber mittlerweile 4 Sonnentage!)

So, nicht so spannende 3 Wochen sind vorbei.

Es war nämlich Uni und die ist schon ein ziemliches Brett.

Das Unisystem ist hier 1:1 aufgebaut wie Schule. Das heißt: Anwesenheitspflicht, Tests alle paar Wochen, Hausaufgaben, mündliche Noten etc. Nach dem entspannten System in Deutschland der erste wirkliche Kulturschock den ich hier erlebe.
Wir haben das System mittlerweile darauf zurückführen können dass die Studienanfänger hier normalerweise 16/17 Jahre alt sind. Hätte man mir mit 16 die Wahl gegeben ob ich zum Unterricht gehe oder nicht wäre die Entscheidung ziemlich einfach und eindeutig gewesen.

Das positive an der ganzen Sache ist dass man am Ball bleiben muss ansonsten bekommt man halt die entsprechenden Noten. Zudem finde ich, dass in Deutschland eine Klausur für das gesamte Semester deutlich zu wenig Bemessungsgrundlage ist. Ich will keine wöchentlichen Tests in Deutschland dann müsste ich da ja auch noch kontinuierlich arbeiten, aber Mid-Term Exams wären, meiner Meinung nach, schon mal ein Schritt in die richtige Richtung damit nicht eine einzige Woche über ein komplettes Semester entscheidet.

Mein Stundenplan ist auch ziemlich außergewöhnlich da der Unterricht hier bis um 23:00 geht. Er sieht wie folgt aus: Montags: 19-21 Uhr, Dienstags: 11-23Uhr (mit Pausen), Mittwochs: 15-23Uhr(4std am Stück Pause), Donnerstags 11-23Uhr(wie Dienstags) und Freitags: (der größte Mist überhaupt) 21-23Uhr. Freitags werde ich die maximale Fehlquote von 30% wohl in jedem Fall ausreizen wenn ich meine Reisen alle antreten will.

Nun werde ich euch mal meine Fächer erläutern:

Als erstes Spanisch.(Ich hab es über den Anfängerkurs hinausgeschafft!) Hier habe ich einen Lehrer der wohl von seiner Art her besser in einer Kindersendung im Fernsehen angestellt wäre. Er macht zu allen Wörtern immer Mimiken damit wir diese verstehen. Er spricht sehr wenig Englisch aber sein Spanisch ist sehr verständlich und auch wenn er Wörter benutzt die man nicht kennt kann man sich den Inhalt meistens aus dem Kontext erschließen. Das Level ist auch absolut perfekt für mich, hiermit bin ich sehr zufrieden.

Global Business Stragtegy. In Deutschland ist das Äquivalent eine Mischung aus Controlling und Risk-Management, der Stoff ist also gar nicht so uninteressant. Hier ist sowohl der Lehrer als auch einer der Studenten der absolute Horror. Der Lehrer hat seine Präsi noch nie gesehen bis er die Seite anklickt und sich erstmal durchlesen muss was wir denn überhaupt gerade machen, zudem spricht er auch nur die Wörter Englisch die bei ihm auf seinen Folien stehen und sonst, der allgemeinen Einschätzung nach, kein Wort. (Er arbeitet übrigens für die Lindegruppe aus Deutschland) Das absolute Highlight ist jedoch das Duett mit dem Studenten, nennen wir ihn mal Lars. Lars hat immer das gleiche, hellblaue Polohemd an welches akkurat in die, immer gleiche, beige Hose gestopft ist. Die Hose ist auch immer so weit hochgezogen, dass die fehlenden männlichen Geschlechtsteile eindeutig zu erkennen sind. Zudem trägt Lars wenn er krank ist auch immer ein Under Armour Sportoberteil, welches hauteng anliegt und langärmlig ist, ohne irgendetwas darüber zu ziehen. Lars ist auch so professionell das bei Facebook sein Name auch auf Chinesisch dort steht und er jeden Tag von vorne bis hinten durchgeplant hat. Aber ich verliere mich in Details. Auf jeden Fall wird Lars immer gefragt falls der Prof sich nicht so ganz sicher ist was so in seiner Präsi drinnsteht. Auch wird Lars zu Rate gezogen wenn der Prof die Antwort aufgrund der Sprache nicht verstanden hat was seine Autorität natürlich nur weiter beflügelt. So reicht jetzt auch.

Communications Psychology. Dieses Fach wird von einer jungen Professorin Unterrichtet der ihr Job wirklich Spaß zu machen scheint. Sie hat 1 Jahr in London studiert und spricht somit sehr gut verständliches und korrektes Englisch. Das Fach an sich ist nicht sonderlich Anspruchsvoll und bis jetzt überwiegend Allgemeinwissen. Es kommen jedoch immer wieder Sachen vor die man nicht wusste und auch sehr interessante Beispiele von Experimenten über Gruppenverhalten, Verhalten unter Autorität usw. Am Ende müssen wir in 6er Gruppen über eine Werbekampagne eine 30 Seitige Abschlussarbeit schreiben, Prost Mahlzeit.

Peruvian Economy. Mein langweiligstes Fach.(Könnte auch daran liegen dass ich ab 21Uhr nicht mehr so wirklich motiviert bin) Der Prof ist geschätzte 1,20 groß aber auf seinem Gebiet wohl sehr gut. Die Stunden waren bis jetzt immer so aufgebaut dass wir 2stunden lang über einen Wirtschaftssektor Sprachen. Die hälfte seiner 30 Folien waren Graphen die zum Beispiel ein eindeutiges Wachstum aufzeigten. Vom Prof kamen dann so anspruchsvolle Fragen wie zum Beispiel: „What is happening here?“. Das hat alle so motiviert das ab der 2. Stunde alle nur noch am Laptop hingen. Inhalt so an sich gar nicht so uninteressant aber seeeeehr langsam. Für den ersten Test sollten dann alle einen 50seitigen Spanischen Text über die Entwicklung Perus lesen. Da mir sonst so langweilig war wollte ich mich dieser Herausforderung stellen und habe nicht auf einen englischen Text bestanden. Es stellte sich heraus dass das keine gute Idee war.

Zu guter Letzt noch I.T applied to Management. Bis jetzt ein Excel Kurs. Der Prof ist wirklich gut und zieht alle mit. Auch die die mit Null Wissen angefangen haben, haben schnell ein gutes Grund Repertoire aufgebaut. Bis jetzt habe ich mich ziemlich gelangweilt aber bald geht es mit Microsoft Project los wovon ich noch absolut keine Ahnung habe.

Alles in allem bin ich zufrieden mit meinen Kursen und der Uni generell obwohl man sich daran gewöhnen muss jeden Tag zwangsweise zur Uni zu müssen.

Am Montag den 08.09 war ich auf der Mistura, die größte und wichtigste Essensmesse Südamerikas. Ich war im Himmel. Außerdem habe ich das erste mal Meerschweinchen probiert. Aber dazu nächstes mal mehr da der Bericht wahrscheinlich sehr ausführlich wird.

11.9.14 02:50, kommentieren